Brasilien - Kultur
Brasilien hat mit über 192 Millionen Einwohnern die fünftgrößte Bevölkerung der Erde. Zwei Drittel der Einwohner leben in Städten.
Gegen Ende der Kolonialzeit bestand die Bevölkerung zur Hälfte aus Afrikanern. Der immer hemmungslosere Handel mit Menschen aus allen Teilen Afrikas brachte Millionen von Sklaven ins Land. Später folgten Einwanderer aus Europa, dem Nahen Osten und Asien.
So wurde aus dem einst den indigenen Uhreinwohnern gehörenden Brasilien ein buntes Gemisch von verschiedenen Rassen, welche sich über Jahrhunderte vermischten und das Land so einzigartig machen.
Die offizielle Landessprache ist Portugiesisch.
Das ursprüngliche "Portugiesisch" der Portugiesen wurde aber sehr stark durch die Dialekte der Afrikaner, indianischen Uhreinwohner und späteren Einwanderer beeinflusst. Dieses brasilianische Portugiesisch ist weltweit gesehen, heute klar dominierend; nur schon deshalb, weil in Brasilien fast zwanzig Mal so viele Menschen leben wie in Portugal.
Daneben werden auch Minderheitensprachen gesprochen, darunter zahlreiche indianische Dialekte, Deutsch, Italienisch und Japanisch.
Karneval

Der Ursprung des Karnevals geht zurück bis zur Zeit der Griechen und Römer und ihrer Frühlingsritualen. Im Mittelalter übernahm die katholische Kirche diesen Brauch in den eigenen Kalender. In Europa, vor allem in Frankreich, Spanien und Portugal wurde der Karneval mit Partys, Masken und Straßentänzen gefeiert..
Durch die drei Kolonialmächte gelang er auch in die Kolonien der neuen Welt; aber mit einem kleinen Unterschied. Die Brasilianer veränderten den Brauch nach eigenem Geschmack; viele Masters ließen ihre Sklaven für die fröhliche Zeit des Karnevals frei. Nur wenige benutzten diese kurze Freiheit, um wegzulaufen.
Vor 1840 waren die Straßen der brasilianischen Städte, während den Tagen vor Aschermittwoch, ein absolutes Chaos.
Maskierte warfen Stinkbomben, bewarfen einander mit übel riechenden Flüssigkeiten; sogar Brandstiftung war eine Form der Unterhaltung.
1840 veränderte die italienische Frau eines Hotelbesitzers aus Rio de Janeiro die Celebration des Karnevals nachhaltig, in dem sie Einladungen versandte, Musiker engagierte und einen verschwenderischen Maskenball mit Konfetti durchführte. Innerhalb von ein paar Jahren schwappte der Maskenball auf die Straße über und die wilden Streiche, die auf den Straßen gespielt wurden, verschwanden.
Heute hat Rio den größten und bekanntesten Karneval der Welt. Zahlreiche Samba-Schulen nehmen am Umzug teil. Jede davon mit 3-5000 Mitgliedern. Die Teilnehmer kommen vorwiegend aus den ärmeren Vororten von Rio de Janeiro.
Jedes Jahr aufs Neue konkurrieren die Sambaschulen miteinander und werden auf verschiedene Aspekte ihrer Darstellung von einer Jury beurteilt. Jede Schule muss ein eigenes Thema präsentieren. Manchmal etwas Historisches, manchmal etwas ganz Persönliches. Die Teilnehmer müssen in ihrer Erscheinung das jeweilige Thema reflektieren und sowohl die Sambamusik als auch die Bewegungen der Tänzer das Thema genau schildern.
Weblinks:
Rio de Janeiro - Sambaschulen
Sao Paulo - Sambaschulen
